und wieder so viel zu erzählen....
Hola, Ihr Lieben,
nachdem die letzten 2 Wochen so viel passiert ist, bin ich wirklich sehr lange nicht zum Schreiben gekommen, werde euch aber heute auf den neusten Stand der Dinge in good old Argentina bringen.
Inzwischen bin ich seit fast einer Woche in Buenos Aires und habe mich auf den ersten Blick verliebt in diese tolle Stadt! Sie ist wirklich unglaublich schön und ich kann mich gar nicht satt sehen an den wunderschönen Häusern, den blühenden Bäumen und den vielen Monumenten, Parks etc., den Menschen und allem, was hier passiert.
Nachdem mein Mitstudent Thomas eine Woche vor mir nach Buenos Aires gefahren war hatte ich in meiner letzten Woche in Cordoba alleine Sprachunterricht, was nochmal um einiges intensiver und effektiver war als die Wochen davor. Ich habe wirklich noch einmal sehr viel gelernt und fleissig Hausaufgaben gemacht und Vokabeln gepaukt, damit ich mich hier in Buenos Aires dann auch ordentlich verständigen kann.
Hier ein Abschiedsbild mit Sol, unserer Profesora an Thomas letztem Tag in Cordoba:
Am Sonntag, den 29.Oktober bin ich mit Claudia, Diego, Manu und Beni (einem Pärchen aus Deutschland, die auch zum Spanischlernen hier sind) aufs Land gefahren, in ein Gebiet, das „Los Terrones“ heisst und ca. 2 Autostunden von Cordoba entfernt liegt. Am Besten zu vergleichen ist diese Landschaft dort mit dem Elbsandsteingebirge , ein Tal voll von bizarren Vulkangesteinsformationen, über und unter und zwischen denen man durchklettern und wandern kann. Hier ein paar Bilder der glücklichen Wandergruppe:
Für Sonntagabend hatte ich meiner WG versprochen, deutsch zu kochen, und um das Klischee zu waren, gab es natürlich Sauerkraut, Kartoffelbrei und Würstchen gespickt mit Käse und Speck. Um die deutsch-argentinische Freundschaft zu untermalen hatten meine Mitbewohner beschlossen, zusätzlich ein Asaso, d.h. ein typisch argentisches Grillen beizusteuern und es wurde ein absolutes Festmal! Um den – für uns Deutsche wirklich gewöhnungsbedürftigen - argentinischen Essenszeiten treu zu bleiben wurde der Grill auch erst um 11 Uhr abends angeschmissen und gegessen wurden dann auch erst um halb eins, aber egal!:-) Das Sauerkraut hat mich die ganze Nacht im Traum begleitet, aber der Abend war wunderbar und alle waren sehr angetan vom Essen, wie man auch auf den Bildern sehen kann:
Teresita, Patricia, Julie, Laurie, Guille, ich und Fer (ohne Kopf:-))
Am Montag, den 30. Oktober kam eine weitere Sprachschülerin aus Deutschland in unserer Wohnung an und wir haben uns auf Anhieb wunderbar verstanden. Sie heisst Michaela, kommt aus Bad Tölz. Lebt aber schon seit einiger Zeit in Berlin und ist Reiseverkehrskauffrau und Fremdsprachensekretärin, eine ganz ganz Nette und Liebe! Nachdem ich die Wochen zuvor nicht alleine Essen gegangen war, aber unbedingt mal das berühmte argentinische Fleisch probieren wollte und Michi auch große Lust drauf hatte, sind wir Mittwoch abend dann in ein Restaurant in Cordoba, das angeblich das beste Fleisch der Stadt serviert (und im Nachhinein glaube ich das auch, ohne die anderen probiert zu habenJ!), denn wenn schon, dann einmal richtig!:-). Und wir haben es nicht bereut! Der Geschmack ist wirklich das Beste, was ich je gegessen habe, ehrlich! Und der Bollen Fleisch war beeindruckend riesig, ganz zu schweigen von den Säbeln, die sie uns zum Schneiden serviert haben! Es gibt Fotos, die leider derzeit aber noch in Michis Kamera schlummern, kommen aber bald!
Donnerstag abend ging’s gleich weiter mit Freizeitprogramm, wir sind mit einer kleinen Gruppe abends zu einer Show von „Fuerza Bruta“, einer argentinischen Künstlergruppe vergleichbar mit einer Mischung aus „Cirque du soleil“ (schreibt man das so???), Zirkus und Akrobatik – sehr schwer zu beschreiben, aber sehr sehr beeindruckend. Das Souvenir-T-Shirt musst leider ungekauft am Stand bleiben, da die Größen wie in den meisten Fällen hier leider nicht über xs hinausgehen (die Frauen hier sind wirklich unglaublich schlank und der Schönheitswahn ist nicht zu beschreiben!!! Aber dazu ein andermal mehr..).
Ach ja, und Donnerstag Mittag kam überraschend der Anruf, dass der Vice-Präsident der Amerian-Hotel-Kette, wo ich in der nächsten Woche mein Praktikum beginnen sollte, mich gerne in 2 Stunden kennenlernen wollte, um zu sehen, in welchem Bereich ich in Buenos Aires tätig werden könnte. Ich war natürlich sehr nervös, mein erstes formales Gespräch auf Spanisch! Aber es ging alles glatt, und Eduardo (=Vice-Präsident) bot mir an, im Bereich Marketing einzusteigen, um einen eigene kleine Studie zum Thema „Deutscher Tourismus“ etc. durchzuführen, da das Unternehmen in den nächsten Jahren verstärkt auf unseren deutschen Markt dringen will. Zwar war ich etwas enttäuscht, dass ich wohl voraussichtlich nicht im Personalbereich arbeiten konnte, aber das Angebot hörte sich ja auch ganz interessant an.
Am Freitag abend organisierten wir eine kleine Abschiedsparty für mich bei uns zu Hause, mit Grill, Bier und Musik und einigen Freunden, Professoras, anderen Deutschen Studenten und natürlicher der WG und es war sehr sehr nett. Michi und ich gingen nachmittags mit unserem Mitbewohner Guille (sprich: gische) und einem Freund Fer zum Einkaufen und alleine das war schon ein Erlebnis für sich! Die Auslage in einer Fleischtheke ist einfach etwas anders als das, was wir von zu Hause mit Aufschnitt und Petersiliensträusschen zur Deko gewöhnt sind! Die Fleischtheken hier bieten einfach alles, was die Kuh hergibt und das in rauhen Mengen und ohne Deko-Schnickschnack! Nachdem man sich an den Anblick gewöhnt hat ist das auch wirklich interessant und für mein Empfinden auch nicht eklig oder so, nur eben viel natürlicher und echter.
Nach dem Einkauf von 4 Kilo Fleisch und 20 Chorizos (Würste), 2 Nieren und Blutwürsten gings wieder heim und an die Arbeit, Bayrischen Kartoffelsalat, Eiersalat, Tomatensalat etc. vorzubereiten – Multikulti in der reinsten Form J! Argentinisches Fleeesch mit deutschen Beilagen, alle waren begeistert! Und gefeiert wurde dann bis morgens um 6, nachdem die anderen dann um die Uhrzeit noch in die Disko gezogen sind (bis um 9) habe ich mich dann ausgeklinkt, da ich ja eine lange Fahrt nach Buenos Aires in der nächsten Nacht vor mir hatte.
Ganz gerührt war ich davon, dass so viele nette Menschen kamen, um sich so herzlich von mir zu verabschieden und von all den lieben Abschiedsgeschenken, Guille hat mir eigenhändig ein T-Shirt mit seiner Lieblings-Reggae-Gruppe „La Renga“ gemalt und Teresita hat mir ein selbstgemachtes Bob-Marley-T-Shirt geschenkt, und auch von allen anderen bin ich reich beschenkt worden mit Süßigkeiten aus Cordoba, Rotwein, leckerem Käse und Salami, einem Glücksgeldbeutel etc… Ich bin wirklich sehr gerührt von all dieser Freundschaft und Herzlichkeit.
Nach etwas Schlaf, Aufräumen, Packen etc. am Samstag und berührenden Abschiedsszenen (Laurie und Patricia haben mich noch an den Busbahnhof begleitet und Diego und Claudia sind extra noch zum Verabschieden dorthin gekommen), ging die 9-stündige Fahrt um 12 Uhr nachts im Reisebus nach Buenos Aires los. Ich muss sagen, dass ich mit sehr gemischten Gefühlen in Cordoba abgefahren bin, mit viel Respekt vor dem großen Moloch, von dem mir alle erzählt hatten. Und den Zweifeln, ob ich mir da nicht zu viel zugemutet hatte, alleine in diese große Stadt zu reisen etc.. pp..
Doch all die gemischten Erwartungen und Befürchtungen haben sich in keinster Weise bestätigt, im Gegenteil, ich fühle mich hier pudelwohl und bin sehr sehr glücklich, hier zu sein! Oft erinnert mich die Atmosphäre hier an London, nur eben ein London in Südamerika! Und auch viel Ähnlichkeit mit Paris kann man entdecken im Baustil und den Fassaden, das Stadtbild ist wirklich sehr sehr europäisch.
Sonntag morgen kam ich also in Retiro (Busbahnhof von Buenos Aires) an und wurde von einer Mitarbeiterin von Pasantia abgeholt und zu meinem neuen zu Hause begleitet. Ich wohne im wunderschönen Stadtteil Palermo bei Susana, einer Senora um die 60, die nachdem ihre 4 Kinder vor 6 Jahren alle aus dem Haus waren anfing, 2 ihrer Zimmer an ausländische Studenten zu vermieten, damit die Wohnung nicht so leer und still ist. Sie ist wirklich ein Engel, die sich sehr viel Mühe gibt, dass ich mich hier wohl fühle. Das andere Zimmer ist bis Ende des Monats an Marc vermietet, seines Zeichens Journalist aus USA, der aber schon 8 Jahre in Berlin lebt und momentan hier Urlaub macht. Die Wohnung liegt in einem Wohnblock an einem kleinen Park, sie ist wunderschön, sehr geschmackvoll eingerichtet und mein kleines Zimmerchen ist auch sehr schön, ich habe sogar mein eigenes kleines Bad mit Toilette und Waschmöglichkeit, Dusche benutzen wir alle zusammen. Nach einigen Tagen hier fühle ich mich hier schon wieder ein bisschen zu Hause, es ist wirklich erstaunlich, wie schnell man sich einleben kann…
Nachdem mir Buenos Aires am Sonntag wettermäßig einen eher bescheidenen Empfang bereitet hatte mit strömendem Regen den ganzen Tag konnte ich auch guten Gewissens den ganzen Tag zum Ausruhen, Auspacken, Einräumen und Einleben verschwenden, herrlich….
Am Montag morgen bin ich dann um halb 10 ins Hotel und, oh Wunder, alles kam anders als gedacht. Diego von Pasantia hatte mich Freitag schon vorgewarnt, dass der Marketing-Chef wohl diese Woche in London auf der Tourismusmesse war und somit keiner im Hotel richtig wusste, was er mit mir anfangen sollte. Nach einer ausführlichen Tour durchs Hotel und Frühstück mit Paulina, der Präsidenten-Tochter und Assistentin einigten wir uns darauf, dass ich diese erste Woche ein bisschen in den Operations-Bereich des Hotels reinschnuppern sollte und dann in der nächsten Woche in den Marketingbereich wechseln sollte, sobald Adrian, der Marketingmanager wieder da wäre. Also gut, war ich einverstanden mit, auch wenn die Aussicht mich nicht riesig beglückte, aber ab nächster Woche sollte ja alles anders werden. Konkret heisst das rückblickend, dass ich die letzte Woche der F&B-Managerin über die Schultern schauen durfte und den Bereich Restaurant, Bar, Frühstück, Roonservice, Events und Küche ein bisschen näher kennenlernen konnte. In Wahrheit habe ich mir 6 Stunden die Beine in den Bauch gestanden oder habe Kaffee getrunken, geratscht, Mittag gegessen etc, denn im Großen und Ganzen variieren diese Abläufe ja nicht wirklich von Hotel zu Hotel. Frühstück bleibt Frühstück und Kaffeepause ist halt Kaffeepause, so viel Neues gibt’s da nicht zu entdecken, zumal nicht, wenn man das schon ein paar mal gemacht hat, sprich eine ganze Lehre lang! Naja, ich war auch dementsprechend gefrustet nach ein paar Tagen, da Rumstehen und anderen Leuten bei der Arbeit zuschauen auf Dauer nicht richtig befriedigt, mich schon gar nicht! Deshalb habe ich auch am Donnerstag nochmals das Gespräch mit er Agentur und der Dame vom Personalbüro gesucht, um sicherzustellen, dass dieses Gsrpäch mit dem Marketingmenschen am Montag auch wirklich stattfindet und es wurde mir nochmals versichert. Mal sehen, was passiert am Montag, auf jeden Fall werde ich hier keine 3 Monate noch mal Hotelfachlehre machen, das habe ich auch deutlich gesagt. Evtl. besteht sogar die Möglichkeit, dass ich wohl doch ein bisschen im Personalbereich arbeiten kann, wenigstens ein paar Tage oder Wochen, juhuuu! Aber wie gesagt, erstmal abwarten, was passiert. Wenn ich hier eins lerne, dann das:-)!
Mittwoch habe ich mich mit Anika und Natascha, zwei Studentinnen aus Worms, die zufällig auch hier sind, getroffen und wir waren in Palermo Viejo was trinken, das ist ein sehr schnuckeliger und trendiger Stadtteil mit vielen Kneipen und Läden gleich bei mir um die Ecke (na gut, es sind doch so 1-2 km:-) !, aber das ist hier ja so gut wie um die Ecke, bei den Dimensionen).
Donnerstag abend war ich dann wieder Tangotanzen, gar nicht so leicht, ehrlich, aber ich gebe nicht auf! Zumal der Kurs von einer Argentinierin geleitet wird, die auch Studentin der Friedrich Ebert Stiftung ist und wir danach noch ein paar Empanadas essen gegangen zusammen (typisch argentinische Snacks, ähnlich wie kleine Mini-Calzones mit verschiedene Füllungen. Demnächst gitb’s mal nen Bericht über Essen und Trinken hier, versprochen!).
Freitag abend hatte ich dann die erste Spanischstunde mit Rosario, der hiesigen Spanisch-Profesora von Pasantia. Ich werde die nächsten Wochen wieder 3 Mal die Woche jeweils 1,5 Stunden Spanisch mit ihr machen, um weiter am Ball zu bleiben und in der Grammatik ein Stück weiterzukommen. Sie ist ganz nett, allerdings ein bisschen älter als die Profs in Cordoba und etwas steifer, aber mal sehen, wie’s wird, ich bin ja schließlich nicht zum Vergnügen da:-)!
Heute bin ich nachmittags auf den Friedhof in Recoleta, dem Nachbarstadtteil von Palermo, um dort eine Führung über den berühmten Friedhof dort mitzumachen. Dort traf ich mich auch mit einer weitern FES-Stipendiatin, die momentan auch hier ist und hier an der Uni studiert. Ich finde es ganz nett, so hier ein paar Kontakte aufzubauen, da ich hier doch ein bisschen mehr auf mich gestellt bin als in Cordoba, wo ich durch die WG und die anderen Mitstudenten von Pasantia doch mehr freundschaftlichen Kontakt zu jüngeren Leuten hatte als hier. Mal sehen, wie sich alles entwickelt hier.



Sonntag werde ich glaube ich mal in einen der zahlreichen Parks spazieren gehen oder mir ein Fahrrad ausleihen, um ein bisschen grün zu tanken bei all dem Straßenlärm und Großstadtgetümmel. Man wird halt nicht jünger!:-)
Ich denke viel an Euch, vor allem heute abend, wo ich doch weiss, dass heute wieder Kameradschaftsabend in St. Georgen ist und ich soo gerne dabei wäre und mit Euch feiern würde! Bald wieder! Und ich hoffe, die St. Georgener trinken den einen oder anderen Trollinger für mich mit!
Grazie, mille Grazie und bis zum nächsten Mal, dann mit mehr Bildern aus Buenos Aires, versprochen,
es drückt Euch alle gerne,
Eure Pati-aus-der-Ferne











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